Nein. Kein Unfall.

„Und? -Was war’s diesmal?“ Werde ich oft nach meiner Heimkehr gefragt. Antworte ich nicht gleich, wird „-ein Unfall?!“ nachgeschoben.
Nein. Kein Unfall.
Ist das einzige was ich wohl sagen darf. Für’s erste.
Zuerst ist es eigentlich lustig. Nur zufällig kriege ich mit, dass ein Call Out aktiv ist. Ich biege ab zur Fire Station. Alle sind sehr zahlreich vorhanden, dass wir fast schon überzählig sind. Sieben Crewmitglieder, darunter fünf Fahrer und fünf Atemschutzgeräteträger. Naja. Vier der Fahrer geben an, dass sie schon einen gehoben hätten an diesem Freitagabend. Bleibe also ich übrig. Ich setze mich hinter das Steuer, starte den Motor und lasse das Fahrzeug aus der Halle heraus rollen.
Die Pagermitteilung gab nur eine Adresse an. Und die Nachricht, für weitere Informationen die Zentrale zu kontaktieren. Das heißt: das Gegenteil von Lustig. Es dauert eine Weile, bis ich das ok bekomme, loszufahren. Spezielle Instruktionen unserer Captain wollten abgewartet und beachtet werden. Wir fahren ‚Priority Two‘, die Sirene bleibt aus, das Rot/Blaulicht auch und obschon wir zügig handeln, scheint sich das Fahrzeug behäbig zu bewegen.
Nichtsdestotrotz der Uneile sind wir die erste eintreffende Brigade. Ein Rettungswagen und unsere Kapitänin waren vorher da. Die Niedrigdruckpfeiffen der Atemschutzgeräte meiner Kollegen signalisieren mir, dass die beiden auf Zack sind. Wirklich gebraucht wird jedoch der Ventilator unserer Nachbarbrigade. Wir sind mit uns beschäftigt. Eines unserer Crewmitglieder hat sich aus dem Einsatz zurück gezogen. Wir sind in unserer Nachbarschaft im Einsatz. Ich schaue zum Rettungswagen. Kein Licht, innen wie außen, Türen zu. So sieht es aus, wenn es zu spät ist.
Das Grundstück ist von einem modernen Zaun umgeben, die jungen Bäume sorgfältig platziert. Ein kleiner Stall mit einem malerischen Eingangstor von Blumenbouquets eingerahmt.
Und dann ist da die mit Dunkelheit erfüllte Garage.
Später in der Nacht ist es nicht mehr spät, sondern früh. Rational ist alles verarztet. Das Krisenteam hat uns betreut. Doch die Schwarze Garage verlässt mein inneres Auge nicht.

Drei Tage später. Meine Erinnerung fühlt sich nicht mehr so dunkel an. Denn ich fahre im Tageslicht an der Adresse vorbei. Meine Gefühle sind sortiert. Meine neue Heimat ist wunderschön aber nicht immer rosarot. Sie füllt sich mit Begebenheiten. Adressen werden zu Orten.
So fühlt sich Leben an.

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Prost Neujahr

Frohes Neues Jahr!

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Strike Team II

Meine Tasche ist gepackt. Warmer Pullover, Ersatzbrillen, Sonnencreme, Butterbrot und Schokolade. Um sieben in der Frühe ist es kalt auf dem Crewdeck. Nach einer Stunde Fahrt wäre ein Pott heisser Kaffe schön, aber der Salvation Army Catering Truck ist bei einem anderen Feuer stationiert. So muss ein Toilettengang im Staging Area reichen.
Als der Fireground erreicht ist, wärmt die Sonne meinen Rücken, Schafe rennen davon, zwei Esel begrüßen uns, ein gefallener Baum brennt heiß vor sich hin. Der orangene Pool bläht sich auf. Na dann kann es ja los gehen.
Der Boden ist trocken, die LkW Reifen versinken im Sand. Wir widmen uns dem Baum. Sein hohler Stamm ist ein lodernder Kamin, das Löschwasser verdampft zischend und weiß. Geduldig entwickeln wir eine Routine, wenn das Wasser alle ist, fahren wir zum Watering Point, füllen auf, zurück zum Baum. Ein zweiter Eukalyptusriese beschäftigt uns eine weitere Stunde. Die Wilden Bienen, deren Stock über Nacht krachend in die Horizontale befördert wurde, beschützen aufgeregt ihre Königin und kümmern sich nicht um uns.Die Schlange inspiziert ihr verkohltes zu Hause, und interessiert sich auch nicht für die Menschen in gelb. Die Landbesitzerin möchte wissen, ob wir ihre zwei Känguruhs gesichtet hätten.
Nach der Mittagspause stürmt es im Funkverkehr, ein Gebäude brenne. Der Feuerwehrtruck sträubt sich, von Low in High Range zu wechseln und so geht es im Schneckentempo zur angegebenen Adresse. Unsere verzögerte Ankunft macht keinen Unterschied, das Feuer ist schon lange ausgebrannt. Was übrig ist, wird routinemäßig gesichtet, abgesichert und dokumentiert.
Die nächste Mission: wieder ein Baum. Seine grünen Blätter wehen stolz im Wind, das Feuer breitet sich seit Stunden in seinem Innern aus. Viele Menschen in gelb haben viele unterschiedliche Standpunkte. Löschen oder nicht- aber wenn man schon mal da ist. Unsere Brigade schaut zu, denn wir haben kein Special Equipment. Die benötigten Wunderwerkzeuge sind ein langer Stab, um den Schlauch samt Spritze 10 Meter über Kopfhöhe zu bedienen (so etwas wie Leiterwagen-hier nicht vorhanden) und ein Foam Unit. Weißer Schaum verleiht einen winterlichen touch. Das eigentliche Buschfeuer ist gelöscht, aber der Fireground wird überwacht. So schickt uns unsere Strike Team Leaderin noch einmal hoch in die versengten Hügel. Die Greifvögel scheint die Veränderung nicht zu beeinflussen, ich zähle drei Letter Winged Kites und einen Adler bei ihren Jagdaktivitäten über der verbrannten Landschaft.
In der Ferne sehe ich schwarzen Rauch. Viel davon. Wir bilden einen besorgten Kreis um das Funkgerät: Ein LKW ist explodiert. Der Fahrer ist entkommen. Nun, das hat nichts zu tun mit uns, zwei HAZMAT Brigaden werden sich darum kümmern-Frequenzwechsel angeordnet.
Und unser Release auch. Nach zwölf Stunden: Feierabend!

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Strike Team

In meiner Hosentasche piept und vibriert es mehrmals.
Nach dem Einkaufen steuere ich mit dem Auto nunmehr nicht mehr unser zu Hause, sondern die Ortsfeuerwehr an.
Es ist 18 Uhr als wir aufbrechen, unsere hungrigen Mägen halten wir mit Chipstüten unter Kontrolle.
Der Wind weht, das Briefing im Staging Area ist eher rudimentär gehalten.
Daher sitzen wir stundenlang herum, als wir den Fireground erreichen, denn der Strike Team Leader verschafft sich gründlich ein eigenes, klares Bild der Lage. Als er endlich einen Plan hat, ändert sich die Lage.
Wir wechseln unsere Position. Nordwestlich gelegen stellen wir uns auf.
Das Feuer wird uns entgegen kommen.
Acht Fahrzeuge haben sich in einer ca. 150 m langen Reihe aufgestellt.
Wir entrollen unsere zwei High Pressure Lines, je zu zweit, eine hält die Spritze die andere bewegt den Schlauch, entfernen wir uns vom Fahrzeug.
Unser Fahrer bedient die Pumpe, unser Crew Leader behält den Überblick.
Uns stehen 2000 Liter Wasser zur Verfügung.
Der tieforange Schimmer durch Dunkelheit und Vegetation wird stärker.
Der Rauch erreicht uns.
Das Feuer brennt nun in den hohen Bäumen. Ich staune über die Intensität der Farben. Heiße Funken regnen auf uns herab.
Mein Hals brennt. Durch die Nase atmen!
Die kleineren Fahrzeuge haben ihr Wasser verbraucht. Wir packen eilig zusammen. Attackieren das Feuer vom Crewdeck des fahrenden Feuerwehrtrucks. Ich Blicke hoch: drei gigantische Feuerzungen lecken die Hügel. So schön.
Die Flammen haben es nicht geschafft. Haben es nicht geschafft uns zu überrennen oder uns zu entkommen.
Die Sonne geht auf.

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Ein Hausbrand

Ein Abend im Winter 2012

An einem Wochenende im August bin ich in John’s Ute nach Blinman aufgebrochen, um von dort aus unsere 9 Kamele von der Sheep Station auf die örtliche Koppel zu verlegen. Die achtstündige Fahrt verlief gut, trotz heftiger Regenschauer und Dunkelheit auf dem letzten Teil der Strecke. Die Känguruhs am Straßerand waren kaum vorhanden, denen war das Wetter wohl zu schlecht.
In Blinman stand zuerst ein Besuch bei S. an. Nach Abendessen und Austausch von Neuigkeiten ging es vor den Fernseher – die finale Folge von ‚Desperate Housewifes‘ war ein wichtiges Ereignis für meine Gastgeberin. Wie unpraktisch, dass nach der ersten viertel Stunde der Strom ausfiel.

Der Strom in Blinman wird von einem Dieselgenerator erzeugt, da kann es schon mal zu Unregelmäßigkeiten kommen. Darauf ist man als Einwohner dort eingestellt, hat seine Taschenlampen und Kerzen griffbereit liegen. Die einzige Sorge gilt der tatsächlichen Dauer des Stromausfalls, bei mehr als drei Stunden fängt der angelegte Essenvorrat im Tiefkühler zu tauen…

Nach einer Minute sollte dies uns noch nicht beschäftigen, jedoch fiel P., S’s Lebensgefährten, auf, dass der Strom nicht ganz weg war, sondern eine kleine Kontroll-LED an einer Mehrfachsteckdose am leuchten war. Daraufhin ging er zu dem kleinen Sicherungkasten im Nebenzimmer und bediente dessen Schalter. Für einen kurzen Moment zeigte die Standby-Leuchte des Fernsehers Leben. Schien so, als würde der „Saft“ nicht ganz reichen. Desperate Housewifes war höchste Priorität, also wurden wir anderen angewiesen, sämtliche Strom konsumierenden Geräte zu orten und deren Stecker zu ziehen.
Der Fernseher war jedoch nach mehreren Versuchen nicht zu überreden, seinen Dienst aufzunehmen. Also legten wir noch ein Stück Holz ins Kaminfeuer und machten es uns mit ein paar Decken auf dem roten Riesensofa bequem. P. ließ die Sache mit dem Strom jedoch keine Ruhe und er machte sich auf dem Weg zum sich draußen befindlichen Hauptsicherungskasten.

Eine gefühlte halbe Sekunde später war er wieder drinnen „The Pug is on Fire !“ schrie er. Wir vier stürmten ins Freie. Der kleine Schuppen, der gerade von den beiden liebevoll restauriert wurde, war, nicht ganz offensichtlich, am brennen. Das fensterlose Gebäude hat eine Grundfläche von ca. drei-mal-fünf Metern, der Boden besteht aus flachen sehr harten Sandsteinplatten, die Wände aus Callitris-Pinienstämmen, die mit einer Art Lehm verputzt sind und einem Dach aus Wellblech. Die Hütte ist ein Schmuckstück auf S’s Anwesen, da sie sehr alt ist, ein Original aus der Pionierzeit. Auf diese Weise wurden die ersten Häuschen in der Gegend errichtet, von den wenigen Siedlern, die ihr Glück hier versuchen wollten und sich mit diesen vor Ort zu findenden Ressourcen ein Dach über dem Kopf schufen.

Die Eingangstür zu diesem Haus schloss an der oberen Kante nicht mit dem Rahmen ab, sondern hatte eine etwa sieben Zentimeter große Lücke. Diese Lücke offenbarte den einzigen Hinweis auf ein Feuer: ich konnte den Widerschein der Flammen sehen.

Nur ein paar Wochen zuvor hatte ich meinen ‚Compartment Firefighting‘-Kurs bei der freiwilligen Feuerwehr durchlaufen. Die visuellen Informationen plus der Tatsache, dass dort ein Spalt über der Tür vorhanden war, abrachten mich zu folgendem Schluss: das Feuer ist ‚fuel controlled‘-also können wir die Tür öffnen, ohne einen ‚backflash‘ befürchten zu müssen.

P. öffnete die Tür.
Boahh. Die Flammen schlugen uns nicht entgegen. Aber groß waren sie. Und sehr heiß.
Nun musste Wasser her. Aber woher?
Da gab es einen Gartenschlauch. Aus dem kein Wasser kam. Problem: der Wasserdruck wird durch eine elektrische Pumpe erzeugt. Elektrizität?! Nicht vorhanden. War ja irgendwie durch das Feuer ausgefallen.
Da stand ein großer Bottich voll Blumenwasser. Ein großer Bottich: wiegt viel.
P. hat wohl inzwischen so einiges an Adrenalin produziert. Es gelingt ihm, das meiste aus diesem Behältnis auf die Flammen zu kippen. Ein Anfang. Es gelang uns, aus diversen Wasservorräten, die S. Auf magische Weise irgendwo her zauberte, und mit Hilfe von eilig zusammen gesuchten Eimern das Feuer einzudämmen. Ich war beeindruckt, wie heiß das Feuer war. Der ‚Hauptsitz des Feuers‘ oder ’seat of the Fire‘ befand sich direkt im Eingangsbereich. Das war unser Glück. So mussten wir uns nicht durch Betreten des Gebäudes der Gefahr von herab stürzenden Gegenständen oder starkem Rauch aussetzen, sondern konnten im Türrahmen stehend die Wassereimer auf die Flammen gerichtet ausschütten. Nach einer Weile schauten wir wieder nach dem Hauptsicherungskasten, und der Strom ließ sich wieder anschalten. Somit lief auch die Wasserpumpe wieder und der Gartenschlauch eignete sich nun hervorragend zum Löschen des Feuers.
Es stellte sich heraus, dass das Sofa in Flammen aufgegangen war.
Der Untermieter, der in der Hütte wohnte, und zuvor mit uns im Haupthaus vor dem Fernseher entspannte, hatte während des ganzen Durcheinanders uns wissen lassen, wie es zu dem Feuer kam. Aus seinem spontan ausgerufenem Satz: „Die scheiß Räucherstäbchen!“ zog ich meine Schlüsse. Tatsächlich, so stellte sich heraus, hatte er ein Stäbchen mangels Räucherstäbchenhalter in eine Ritze zwischen die Polster des Sofas gesteckt, und es dort vergessen, nachdem er zum Fernsehen ins andere Haus gegangen war.

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In der Nacht

Es ist Sommer.
Es ist Nacht.
Die Fledermäuse zirpsen, die Grillen zirpen.
Das Possum poltert auf dem Dach.
Die Füchse rascheln im Gebüsch.
Die Känguruhs schmatzen im Garten.
Die Koalas grunzen auf den Bäumen.
Die Sterne funkeln am Himmel.
Die Mücken summen NICHT herum. Denn die Anti-Mücken-Räucherstäbchen duften.
Der Weisswein schmeckt gut.

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Ohne Zentralheizung und ausserhalb der tropischen Wendekreise

Wie sich der Australische Winter bei uns anfühlt

Samstagmorgen! Nach fünf Tagen Arbeit in John’s Antennenfabrik habe ich vor, diesen wertvollen freien Tag früh anzugehen. Einkaufen, Wäsche sortieren, einen großen Topf Curry kochen stehen an. Aufwachen tue ich ziemlich plötzlich. Schön warm im Bett. Meine sich öffnenden Augenlider lassen etwas außergewöhnliches auf meine Netzhaut fallen. „Strahlendes Sonnenlicht!“- meldet mein Gehirn an mein Bewustsein. Meine Augen öffnen sich weiter. „Fragezeichen????“- ist das nächste, was mein Gehirn produziert. Es ihm nicht ganz klar, was die Augen da jetzt sehen. Dasjenige ist beweglich. Und weiß.
Bei jedem Atemstoß wird es neu produziert. Es ist das sich kondensierende Wasser, dass in meinem Atem vorhanden ist, und bildet substanzielle Dampfwolken vor meinem Gesicht. Mein Gehirn befiehlt meinen Augen spontan, sich wieder zu schließen, zwecks Weiterschlafens.
Nach einer Stunde werde ich von meinem Mann John geweckt. Er informiert mich über die momentane Uhrzeit und ich weiss, dass er versucht, mir zu Verstehen zu geben, dass der morgen schon weit voran geschritten ist und es doch prima wäre, wenn ich bald aufstünde und dann einen Café Latté machen könnte. Fair enough.
Die Dampfwolken vor meinem Gesicht sind aber fröhlich weiter dabei, sich zu formen. Die Luft ist soooo kalt. Da kann ich doch nicht einfach so das Bett verlassen. Es wird doch bestimmt gleich wärmer werden?
Zwanzig minuten später keine Änderung der Situation. Ich nehme all meinen Mut zusammen,rücke meine Wollmütze zurecht, schlage die drei aufeinander geschichteten Bettdecken zurück, in windeseile habe ich meine extra-dicken Wollsocken angezogen, meinen Merino-Possum Wollpulli übergestreift und darüber meine Wolljacke, die aus Nepal stammt, übergestreift. Ich gehe in die Küche. Ich schalte den Heizer ein, der strategisch neben der Spüle plaziert ist und fange an Frühstück zu machen. Naja, früh ist dieses Stück nicht mehr. Schon elf Uhr. Das ist schon ganz lange icht mehr gewesen, dass ich so spät aufgestanden bin.
Diejenigen von Euch, die unser zu Hause kennen, mögen sagen, dass das Haus, in dem wir leben für australische Gegebenheiten ein sehr einfaches ist. Und dass dazu die Türen nicht dicht schließen und ziemlich viel Zugluft unten durch lassen. Stimmt. Aber auch Häuser, die dem modernen Standard entsprechen haben keine Zentralheizung und keine Doppelverglasung. Aber ganz bestimmt eine Klimaanlage. Und wenn die/der HausbesitzerIn clever und war, hat sie/er sich eine sogenannte „reverse cycle air condition“ angeschafft. Diese Klimaanlage produziert, je nachdem wie sie eingstellt ist, entweder kalte oder warme Luft. Eine Standard-Klimmanlage ist ein Kasten, der an der Wand unterhalb der Decke hängt. Manche monetär gut ausgestattete HausbauerInnen haben sich bei der Planung ihres neuen Heimes für ein sogenannte „ducted aircondition“ entschieden. Bei diesen Leuten gibt es irgendwo im Haus eine größere Klimaanlage, die die erhitzte bzw. gekühlte Luft durch beim Hausbau installierte und in den Wänden und Bodenzwischenräumen untergebrachten Plastikrohre und -schläuche zu den sogenannten „Outlets“, den quadratischen Öffnungen in der Decke transportieren. Diese Form ist wohl die komfortabelste Version der Klimaanlagen-Heizung und kommt dem System der Zentralheizung vielleicht am nächsten.
Bei uns zu Hause gibt es keine Klimaanlage, jedoch einen kleinen eisernen Kaminofen. Wenn wir den für ein paar Stunden ordentlich einheizen, wird es auch warm in der Bude. Aber nur in unserer Wohnküche. Falls ich es einmal in einem der anderen Zimmer warm haben möchte, dann nehme ich halt den oben erwähnten Heizstrahler dort mit hinein und stelle ihn in unmittelbarer Nähe zu meinem Aufenthaltsbereich auf. Diese Methode hat übrigens einen Namen. Sie nennt sich „Personal heating“. In unserem kommunalen Wochenblatt gab es zu Beginn des Winters einen Artikel zu „personal heating“. Es wurden die verschiedenen Heizlüfter, Heizstrahler und Konvektionsheizer beschrieben. Die bewegen sich so im Bereich von 1000 bis 2400 Watt. Und es wurde erklärt, dass man diese Heizer, je nach Modell, an der Wand befestigen kann oder, in mobiler Version manchmal mit Rollen versehen praktischerweise immer dort platzieren kann, wo man sich gerade aufhält.
Summa summarum folgende Warmhalte-Möglichkeiten:

  • ducted airconditioning, um die Wärme immer da hin zu leiten, wo man sie gerade braucht
  • Klimaanlage in der Wohnküche, die Türen zu allen anderen Räumen bleiben geschlossen, dazu „Personal Heating“
  • Kaminofen in der Wohnküche, die Türen zu allen anderen Räumen bleiben geschlossen, dazu „Personal Heating“

Ich fand es sehr gewöhnungsbedürftig, das diese Heizlüfter, die ich ja eigentlich auch aus Deutschlande kenne, aber dort nur in Ausnahmesituationen eingesetzt werden da sie soviel Strom verbrauchen, hier wie täglich Brot richtig viel rumheizen.
Das verbraucht doch viel zu viel Energie! – Jedoch werden in den Stunden, die wir nicht zu Hause verbringen und die wir schlafen überhaupt nicht geheizt. Hat zwar zur Folge, das ich die Zähne zusammen beissen muss, wenn ich aus dem warmen Bett in den kalten Tag starte, aber das hält die Kosten in einem bezahlbaren Maße.
Manchmal vermisse ich „überall 21 Grad“, wie sie in Deutschland üblich sind, gewöhne mich jedoch immer mehr an die anderen Verhältnisse hier.
Mal sehen, wie viele Morgende ich noch die Dampfwolken vor meinem Gesicht antreffe, mit minus vier Grad Celsius hatten wir hier den kältesten morgen des Jahres. Wir hatten das Glück, dass wir einfach das Feuer im Kaminofen anzünden konnten, unsere Freunde Sandy und Brenton mussten erstmal warten, bis die Klimaanlage aufgetaut war, ehe sie anfangen konnte, Wärme zu produzieren. Sandy ist am Samstag noch später aufgestanden als ich 😉
Hier ein Foto von meinem persönlichem Begleiter:

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